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Mission

Der Name ist nicht dekorativ. „Sacapuntas“ ist das spanische Wort für Bleistiftspitzer, jenes kleine Werkzeug, das einem stumpfen Stift wieder eine Spitze gibt. Es entspricht zugleich fast genau meinem eigenen Nachnamen: Spitzer bezeichnet im Deutschen denselben Gegenstand. Das ist Absicht. Die Idee dahinter ist ebenso einfach. Mit einer geschärften Spitze lassen sich Dinge präziser beschreiben und klarer voneinander unterscheiden.

Sacapuntas Publishing befasst sich mit Gesundheit, Ernährung und Consumer Health und hält dabei drei Dinge auseinander, die sonst regelmäßig ineinanderlaufen: was als gesichert gilt, was sich gerade entwickelt und was Spekulation bleibt.

Gesundheitsaussagen verbreiten sich schneller als die Forschung, auf der sie beruhen. Aus einer einzelnen Beobachtungsstudie wird eine Schlagzeile. Aus der Schlagzeile wird eine Marketingbotschaft. Und irgendwann sind Stichprobengröße, Einschränkungen und Finanzierungsquelle stillschweigend aus der Geschichte verschwunden.

Der umgekehrte Fehler ist ebenso häufig und fällt kaum jemandem auf. Eine vielversprechende Technologie, eine neue Methode, ein frühes klinisches Ergebnis wird zum nächsten Durchbruch erklärt oder abgeschrieben, bevor überhaupt geklärt ist, wofür es nützlich sein könnte.

Sacapuntas Publishing untersucht beide Bewegungen kritisch. Nicht um Innovation auszubremsen, sondern um sie genauer anzusehen. Was unterstützt die Evidenz heute? Welche Entwicklungen dürften Gesundheit und Consumer Health von morgen prägen? Und was ist wissenschaftlich und regulatorisch noch offen, bevor sich davon etwas in der Praxis bewährt?

Warum diese Arbeit wichtig ist

Vier Jahrzehnte reichen aus, um dasselbe Muster unter wechselnden Namen immer wieder zu sehen. Ein Nährstoff, ein Arzneimittel, eine Technologie oder schlicht eine neue Vorgehensweise zeigt im Labor oder in frühen Studien vielversprechende Ergebnisse. Bis daraus eine öffentliche Debatte oder ein Text auf einer Packung wird, sind die sorgfältigen Einschränkungen verschwunden. In welcher Population? Bei welcher Dosierung? Unter welchen Bedingungen? Verglichen mit welchem Ausgangswert?

Den größten Teil meines Berufslebens habe ich innerhalb dieses Prozesses verbracht. In Laboren in denen Erkenntnisse entstehen. In der industriellen Forschung und Entwicklung, wo daraus Produkte werden. Auf der regulatorisch-wissenschaftlichen Ebene, die festlegt, was ein Unternehmen öffentlich behaupten darf. Und in klinischer Forschung und Real-World Evidence, die prüfen, ob eine Intervention im Alltag gewöhnlicher Anwender überhaupt etwas Relevantes bewirkt. Nur wenige kennen alle diese vier Stufen aus eigener Anschauung.

Vom Beobachten zum Schreiben gebracht hat mich nicht allein, wie oft gutes Marketing als gute Wissenschaft durchgeht. Es war ebenso die Erfahrung, wie schwer echte Innovation zu erkennen ist, solange sie noch Gestalt annimmt.

Wissenschaftlicher Fortschritt kommt selten als fertige Antwort. Er entsteht entlang einer Kette: mechanistische Forschung, Tiermodelle, Beobachtungsdaten, kontrollierte Studien, Real-World Evidence, regulatorische Entscheidungen und am Ende die praktische Erfahrung derjenigen, die Produkte tatsächlich anwenden. Jede Stufe kann Wesentliches sichtbar machen. Jede Stufe hat aber auch eine Reichweite, über die hinaus sie nichts aussagt. Etwas geht verloren, wenn diese ganze Abfolge zu einer Schlagzeile verdichtet wird. Und etwas anderes geht verloren, wenn eine frühe Entwicklung daran scheitert, dass sie noch nicht so gut belegt ist wie eine, die zwanzig Jahre älter ist. Fehlende Zeit ist nicht dasselbe wie fehlende Wirkung.

Es geht hier deshalb nicht um abschließende Urteile über einzelne Aussagen. Es geht darum, den fehlenden Kontext zurückzuholen und zu fragen, wohin sich die Wissenschaft bewegt. Was ist daran wirklich neu? Welches Problem ließe sich damit lösen? Welche Evidenz bräuchte es, um das zu beurteilen? Was könnte im Weg stehen? Und wen betrifft es, wenn es funktioniert: Verbraucher, Gesundheitsfachkräfte, Forschende, Unternehmen, Behörden?

Ich liefere keine endgültige Antwort auf jede Frage zu Gesundheit und Ernährung, und ich sage auch die Zukunft nicht voraus. Ehrliche Wissenschaft liefert meist weder das eine noch das andere. Das Ziel ist enger gefasst und, wie ich glaube, nützlicher: die vorhandene Evidenz kritisch einzuordnen und bei neuen wissenschaftlichen oder technologischen Entwicklungen zwischen belastbarem Potenzial und bloßer Erwartung zu unterscheiden. Was wissen wir? Wie sicher wissen wir es? Was verändert sich? Und welche wissenschaftlichen, regulatorischen oder praktischen Voraussetzungen müssten erfüllt sein, damit aus einem vielversprechenden Ansatz eine tragfähige Anwendung wird?